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Die Qual der Wahl.

Um als Läufer angemessen trainieren zu können, braucht man ein bisschen Ausstattung. Man braucht Schuhe, Hosen, Shirt, aber auch Schrittmesser, Pulsgurt und GPS Sensor, vielleicht einen Höhenmesser. Um Entwicklungen über Zeit verfolgen zu können, benötigt man ausserdem ein Smartphone, in einem dem Modell angepassten Armband, das sich mit allen Teilen über Bluetooth verbindet und die Ergebnisse in einem Cloud-Service festhält, wo man sich mit Freunden messen möchte. Von einem fundierten Ernährungsplan zu schweigen, der die richtigen Inhaltsstoffe in ausgewogenen Dosen den Körper zuführt.

Man hat in jeder dieser Kategorien eine reiche Auswahl aus einem unübersichtlichen Angebot. Alleine in Sachen Schuhen wird der Markt bedient von adidas, Nike, Asics, New Balance und vielen mehr, die jeweils hunderte von Modellen anbieten, für jede Anforderung. Man braucht Schuhe für Asphalt, Schuhe für Wiesen, Schuhe für Wald, Schuhe für Strecken mit Steigung und Schuhe für Sprints. All das in den passenden Farben für die funktionale Kleidung. Kleidung, die wenig wiegt, windschnittig ist, Schweiß gut ableitet und zu alledem auch noch den Geschmack des Trägers treffen muss. In der Kategorie der Gadgets haben in der Vergangenheit Polar und Garmin den Markt allumfassend mit einer Handvoll Geräte bedient. Dieser Tage kann man “Wearables” von einem Dutzend Hersteller wählen, die wahlweise Schritte, Herzfrequenz, Hautwiederstand, GPS, Schlafrythmus messen und manchmal sogar die Zeit anzeigen. Die meißten davon sind wahlweise kompatibel mit iOS oder Android, und sogar für Windows Phone findet sich sicher eine Applikation, mit der ein Traingsfortschritt gemessen werden kann. Dort werden Daten der Gadgets in “HealthKit” oder Sport Trackern eines weiteren Dutzend Anbietern vorgehalten werden, über den zeitlichen Verlauf festgehalten mit virtuellen Trainingsplänen verglichen und automatisierte Verbesserungshinweise gegeben. Gerne beinhalten diese Apps und Services auch Hinweise zur richtigen Ernährung, die persönliche Gesundheit und individuelle Leistung verbessern sollen.

Und so ist man gewissermaßen gezwungen, viel Zeit zu investieren und die bestmögliche Voraussetzung zu schaffen, um ein Ziel zu erreichen.
Um einen Kunden zu bedienen benötigt man ebenso die richtigen Werkzeuge, zumal die Anforderungen durch Diversifizierung des Marketes steigen wie auch die Rückkanäle durch Social Media vielfältiger werden. In jeder Kundenbeziehung entstehen Berührungspunkte die bedient und Daten die ausgewertert sein wollen. Customer Relationship Management (CRM) System gehören zur Grundausstattung jedes Kleinsbetriebes, darüber hinaus lässt sich KundenService mit der richtigen Software automatisieren und durch die ensprechende Big Data Applikation in Form von Dashbords jede erdenkliche Metrik in Echtzeit Managmenttauglich darstellen.

Der Markt, besonders in der Cloud, hält auch dort eine reiche Auswahl an Tools und Angeboten bereit, die Verbesserungen aller Bereiche eines Unternehmens ermöglichen. Natürlich ist allen Tools wie auch allen Unternehmensprozessen gemeinsam, dass Sie sehr individuell sind, und Anpassungen benötigen um im Zusammenspiel das Optimierungspotential voll auszuschöpfen. Professional Service Angebote erleichtern die Umsetzung, setzen aber ebenfalls die Klärung der richtigen Auswahhl voraus.

Auch eine Standardisierung von Deliverables verschlingt viel Zeit. So ist Material zu erstellen, das möglichst vielen Ansprüchen genügen soll. So soll Information aus Engineering, Service und Support einfließen, den Kollegen der Beratung das Leben so einfach wie möglich machen.

Und so ist im gewerblichen Umfeld die zentrale Problemstellung die gleiche wie für den Läufer. Das Angebot, aus dem zu wählen ist, ist reichlich vorhanden. Die Auswahl kann viel Zeit in Anspruch nehmen und trotzdem nicht zwingend zu einem positiven Ergebnis führen, wenn ein Ziel unklar ist oder nicht formuliert worden ist.

Für einen Läufer kann das Ziel so einfach sein wie “5km”. Und um dieses Ziel zu erreichen müssen andere Entscheidungen getroffen werden, als Beispielsweise einen “Marathon Zieleinlauf”. In dem Zusammenhang ist die Bedeutung von Gadgets auch nicht zu vernachlässigen, sie messen nämlich alleine erzielte Ergebnisse. Verbesserungen werden schlussendlich durch Training erzielt, was mit Disziplin, Organisation und harter Arbeit verbunden ist.

Für ein Unternehmen definiert sich das Ziel aus seinen bestehenden und zukünftigen Kunden. Die Auswahl von Tools, Gadgets, Services and Produkten ist zweitrangig und soll sich danach richten. Und natürlich müssen Tools die richtigen Daten verarbeiten. Das können Tools nicht von alleine leisten, dafür muss der Kunde in den Mittelpunkt gestellt werden und die Werkzeuge sich nach den Anforderungen richten.

Beitragsbild “Jogging” (CC BY 2.0) Mohamed Baseeth