Rasche Digitalisierung in Deutschland

Liebe Bundesregierung,

Europäischer Reisepass
Europäischer Reisepass

ich freue mich ja, dass das Thema Digitalisierung ernst genommen wird. Das ist notwendig. Das ist überfällig. Andere Länder sind da schon Jahrelang dran. Aber eine digitale Identität brauche ich nicht noch eine. Davon habe ich schon welche. Gleich mehrere sogar. Selbst meine analoge Identity ist mit biometrischen Merkmalen digitaler als mir das lieb ist.

Es stünden tiefgreifende Veränderung durch die Digitalisierung bevor, sagte Merkel. Die Bundesregierung wolle jedem Bürger eine digitale Identität geben.

heise.de über die Aussagen von Kanzlerin Merkel.

Wenn ich nach China schaue, bringt eine digitale Identität auch nichts positives für die Gesellschaft mit. Aber wahrscheinlich reicht es dafür auch nur bis Facebook zu schauen. Die digitale Identität alleine bringt die Digitalisierung damit nicht großartig nach vorne. Was notwendig wäre, ist ein Umdenken von Produkten zu Dienstleistungen hin. Eine Kunden-, oder in dem Fall Bürger-orientierte Perspektive. Eine Vorstellung davon, was die Probleme sind, die man beheben möchte. Dass man auf Ämtern keine Termine kriegt, weder online noch offline. Dass die Mieten in den Städten so hoch sind, dass nur noch die dort wohnen könne, die schon bei Google oder Microsoft beschäftigt sind. Dass die Universitäten zwar Netzwerk betonen, aber nicht leben. Dass Firmengründungen immer noch sehr kompliziert zu realisieren sind. Dass Freiberufler es in dem Rentensystem viel schwerer haben. Dass Scheitern immer noch mit einem Stigma behaftet ist und Dank der Arbeitsmark-Gesetze auch noch etwas ist, vor dem man als einzelner Angst hat. Und obwohl ich mich wirklich freue, dass das Thema Digitalisierung ernst genommen wird: Es sind andere Dinge, die die Digitalisierung bremsen. Und wenn ich ein bisschen weitermachen würde, würden mir bestimmt noch ganz viele andere Sachen einfallen. Aber eine digitale Identität hilft uns da bestimmt allen nicht weiter. Ich verzichte da lieber drauf.

Aber vielen Dank für den Versuch.

Quelle: Heise

Die Bundescloud.

Auweia: Ausgerechnet Herr Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich meint, im Bereich einer wachsenden Technologie fördernd eingreifen zu müssen. Umsetzen soll das dann natürlich aber natürlich doch blos die Telekom bzw. deren T-Systems. Die Wirtschaftswoche dazu: IT-Sicherheit: Innenminister Friedrich will Bundes-Cloud aufbauen

Update: Fefe sieht das genauso.

 

Deutsche Bahn,

Kartenautomat

wenn man eine Reise unternehmen möchte und dafür eine Karte lösen möchte, ist es schon unangenehm, wenn der einzige Automat weit und breit defekt ist.

Wenn der Zug, in den man dann trotzdem einsteigt, danach vollkommen mit Touristen überfüllt ist, trägt das nicht sonderlich zur Reiseerfahrung bei. Zupersonal in den Menschenmassen zu finden ist nicht möglich. Auch der Anschlusszug, immerhin schon am Gleis stehend, es gibt also keine Verspätug, aber leider auch keine Möglichkeit einen Automaten oder Schalter zu finden. Dafür bietet ebendieser leider auch keinen Sitzplatz mehr.

Aber daß man vom Zugpersonal angepampt wird, wenn man eine Fahrkarte lösen möchte – der Automat ist defekt – das ist kein guter Kundenservice. Das ist überhaupt kein Kundenservice.

Auch in 2011: Digitale Hilflosigkeit

Sehr schöner Artikel, den Nico Lumma verfasst hat, während Frau Aigner schon wieder einen alten/neuen Radiergummi für das Internet fordert:
http://lumma.de/2011/01/11/auch-in-2011-digitale-hilflosigkeit/