Automatisierte Gesichtserkennung: Warum die Technik gefährlich ist.

Automatisierte Gesichtserkennung: diese Woche is eine Recherche zu dem US Unternehmen Clearview durch die Medien gereicht worden. Die Artikel haben jeweils viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen.

Claudia Orsini. cyber. - Automatisierte Gesichtserkennung.
Claudia Orsini. cyber. CC-BY-2.0, Flickr.

Gesichtserkennung ist das Feature, das man bereits von Fotoverarbeitungsprogrammen, Handys und sogar Sozialen Medien kennt. Für die meisten Nutzer dieser Programme oder Dienste ist das meist ein lustiges, manchmal sogar nützliches Feature. In einer großen Sammlung von Fotos schnell alle für die Geburtstagsfeier alle Freunde wiederzufinden, ist schon praktisch.

Wenn diese Funktionalität die Grenzen der privaten Nutzung überschreitet beherbergt die Anwendung große Gefahren. Zum einen handelt es sich hier im eine private Firma. Weder weiss eine betroffene Person, ob Ihr Bild in der Datenbank geführt wird, noch ist eine Kundenliste der Firma bekannt. Das bedeutet, dass die Anwendung der Datenbank ebenso unklar ist, und damit auch Missbrauchspotential eröffnet. So gab es bereits Fälle, in denen Beamte Frauen nachstellten. Eine Fotodatenbank erleichtert solche Vorhaben. Genauso, wie Regierungen und offizielle Stellen beispielsweise Videoüberwachung öffentlicher Plätze leichter auswerten können. Damit wäre denkbar, Bewegungsprofile von beispielsweise Regierungskritischen Bürgern zu erstellen.

Die Technologie bringt durch Ihren Einsatz im öffentlichen Raum eine automatisierte Verletzung von Privatsphäre der Bürgerinnen und Bürger mit sich, wie auch Ulrich Kelber, Bundesdatenschutzbeauftragter, sich äussert.

In der Süddeutschen hat Simon Hurzt bereits am Dienstag eine handliche Übersicht über die Problematik mit der Technik veröffentlicht. In dem Artikel sind die wichtigsten Fragestellungen über automatisierte Gesichtserkennung antwortet.

Nineteen Eighty Four!

Nineteen Eighty Four! Ein Graffiti, heute Früh an einer S-Bahn der MVV in München. Neben dem Graffiti war ein Tag “Doppel Denk” angebracht.

Nineteen Eighty Four
1984 Doppel Denk!

Nineteen Eighty Four! Ein Graffiti, heute Früh an einer S-Bahn der MVV in München. Neben dem Graffiti war ein Tag “Doppel Denk” angebracht. Die Schöpfer werden mit Ihrem Werk an das Buch von George Orwell erinnern haben wollen. In dessen Handlung spielt double think eine Grundlegende Rolle.

Das Buch Nineteen Eighty Four wird häufig synonym für die darin stattfindende Überwachung durch den Staat Ozeanien zitiert. Dessen Personifikation als “Big Brother” wird ebenfalls häufig referenziert. Während “Big Brother” die Personifikation der herrschenden “Inneren Partei” Ozeaniens darstellt, dreht das Buch sich auch in weiten Teilen um Begriffe und die Bedeutung von Worten.

Der Begriff “Doppel Denk” beschreibt eine “Neusprech” Methode der – in dem Buch – fiktiven Parteien, Ideen unter Anhängern zu verbreiten. Parteimitgliedern können mit Doppel Denk grundlegend unterschiedliche und teilweise widersprüchliche Überzeugungen (“Krieg ist Frieden“) zu akzeptieren.

Die Methode findet in der Kommunikation moderner Alt Right Anwendung, wenn beispielsweise bestimmte Situationen durch alternative Fakten umgedeutet werden sollen.

daily, doppelplusgut, 07.01.2020