Automatisierte Gesichtserkennung: Warum die Technik gefährlich ist.

Automatisierte Gesichtserkennung: diese Woche is eine Recherche zu dem US Unternehmen Clearview durch die Medien gereicht worden. Die Artikel haben jeweils viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen.

Claudia Orsini. cyber. - Automatisierte Gesichtserkennung.
Claudia Orsini. cyber. CC-BY-2.0, Flickr.

Gesichtserkennung ist das Feature, das man bereits von Fotoverarbeitungsprogrammen, Handys und sogar Sozialen Medien kennt. Für die meisten Nutzer dieser Programme oder Dienste ist das meist ein lustiges, manchmal sogar nützliches Feature. In einer großen Sammlung von Fotos schnell alle für die Geburtstagsfeier alle Freunde wiederzufinden, ist schon praktisch.

Wenn diese Funktionalität die Grenzen der privaten Nutzung überschreitet beherbergt die Anwendung große Gefahren. Zum einen handelt es sich hier im eine private Firma. Weder weiss eine betroffene Person, ob Ihr Bild in der Datenbank geführt wird, noch ist eine Kundenliste der Firma bekannt. Das bedeutet, dass die Anwendung der Datenbank ebenso unklar ist, und damit auch Missbrauchspotential eröffnet. So gab es bereits Fälle, in denen Beamte Frauen nachstellten. Eine Fotodatenbank erleichtert solche Vorhaben. Genauso, wie Regierungen und offizielle Stellen beispielsweise Videoüberwachung öffentlicher Plätze leichter auswerten können. Damit wäre denkbar, Bewegungsprofile von beispielsweise Regierungskritischen Bürgern zu erstellen.

Die Technologie bringt durch Ihren Einsatz im öffentlichen Raum eine automatisierte Verletzung von Privatsphäre der Bürgerinnen und Bürger mit sich, wie auch Ulrich Kelber, Bundesdatenschutzbeauftragter, sich äussert.

In der Süddeutschen hat Simon Hurzt bereits am Dienstag eine handliche Übersicht über die Problematik mit der Technik veröffentlicht. In dem Artikel sind die wichtigsten Fragestellungen über automatisierte Gesichtserkennung antwortet.

Digitalisierung – Die den Code der Welt von morgen schreiben

Welche Verantwortung tragen Softwareentwickler für die gesellschaftlichen Veränderungen, die sie vorantreiben? Die Antwort ist komplexer, als es der Mythos vom Programmierer als Rockstar erscheinen lässt.

Auch die Süddeutsche greift das Thema der moralischen Verantwortung von Programmierern auf. Teil des Problems ist, dass die Profession – der Wahrnehmung des Authors nach jedenfalls – als rein technische Tätigkeit wahrgenommen wird. Vergleichbar des Berufs eines Maurers und weniger der eines Architekten oder Bauingenieurs.

Tatsächlich versetzt die Digitalisierung aber jeden in die Position, mit äusserst abstrahierten Programmiersprachen, die teilweise mehr schon menschlicher Sprache ähneln, einen Beitrag zur weiteren Digitalisierung zu leisten. Webservices oder Chatbots zu programmieren ist mit detaillierten Anleitungen einfach zu erlernen und Schritt für Schritt auch dem Laien nachvollziehbar. Viele der zu Betrieb notwendigen Services sind kostenfrei erhältlich.

Es gibt gewissermaßen keine Einstiegs-Hürde. Weder in der Ausbildung noch finanziell. Diese technische Ermächtigung der Gesellschaft und die Lücke in der Wahrnehmung ist zu einem erheblichen Teil auch der Demographie geschuldet, so finden sich unter Digital Natives kaum über 40-Jährige.  Genauso wie sich unter Konzernlenkern kaum unter 40-Jährige finden.

Und so ist die Tätigkeit des Programmierens nicht länger dem Programmierer – mit einem Diplom von 1995 – vorbehalten, sondern in der Breite der Gesellschaft angekommen. Phänomene wie 4Chan oder Anonymous entstehen aus dieser technischen Möglichkeit, entkoppelt von moralischen Richtlinien. Dort werden Beiträge erzeugt, die tatsächlich ethische und moralische Fragestellungen aufwerfen.

Es werden nicht Regeln von heute sein, die das Zusammenspiel der Gesellschaft in Zukunft regelt, die kommende Generation wird im Internet neue Regeln für den Umgang miteinander finden.

Source: Digitalisierung – Die den Code der Welt von morgen schreiben

Die digitale SZ

So ähnlich denke ich ja auch immer, wenn ich die Werbung(!) für die Süddeutsche Zeitung auf dem iPad sehe. Ich lese weiter auf Totholz.